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Geringfügige Senkung der nominalen Hypothekenzinsen infolge positiver Marktdaten

Selbstnutzer als auch Investoren erlitten dieses Jahr einen regelrechten Hypotheken-Zinsschock. Seit Mitte des Jahres sind die Hypotheken-Zinsen bei 10-jährigen Zinsbindungen innerhalb von wenigen Monaten auf ein Niveau von nominal über 4 Prozent gestiegen. Ein Zinsniveau, welches in Deutschland zuletzt vor 12 Jahren vorlag.

Seit 2010 sanken die Zinsen über die Dauer von etwa 5 Jahren auf ein Niveau unter 2 Prozent, eine ähnliche lange Zeitspanne hätte der Zinsanstieg in einem üblichen Zinszyklus auch andauern sollen. Insbesondere aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, der anhaltenden Lieferengpässe Chinas sowie der enormen Inflation von über 10 Prozent hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer starken Zinswende binnen eines halben Jahres den Leitzins auf annähernd das Niveau vor der Finanzkrise 2008 erhöht.

Die EZB hat vergangenen Monat zum zweiten Mal in Folge den Leitzins um historische 75 Basispunkte auf 2,00 Prozent erhöht. Zwar ist der Markt nach den Inflationszahlen aus den USA am 10. November etwas freundlicher gestimmt und die Hypotheken-Zinsen sind geringfügig gesunken, man geht jedoch immer noch von weiteren Zinserhöhungen seitens der Federal Reserve (FED, Zentralbank-System, der USA) und der EZB aus.

Dies bedeutet für alle, die einen Immobilienerwerb anstreben oder bei denen eine Anschlussfinanzierung ansteht, weiter steigende Raten oder weiter sinkende Darlehenssummen. Konkret werden bis Mitte nächsten Jahres weitere Erhöhungen des Leitzinses seitens der EZB erwartet, die allerdings moderater als bisher ausfallen sollten.

So ist davon auszugehen, dass es vorerst keine Erhöhung des Leitzinses über 3,00 Prozent geben wird. Somit bestünde bei den nominalen Hypotheken-Zinsen noch ein Anstiegspotenzial von rund einem Prozent. Künftige Darlehensnehmer, welche derzeit kurz vor einer Finanzierung stehen, sollten daher ihre individuellen Zinsen lieber früher als später festschreiben und den aktuellen Zinsknick noch für sich nutzen.

Neben der Höhe der Zinsen gewinnt das Thema Energieeffizienz im Baufinanzierungsbereich immer mehr an Bedeutung. Seitens der Banken werden mehr Finanzierungsprodukte geschaffen, welche eine Zinsermäßigung für den Erwerb oder Bau von Immobilien mit Energieeffizienzklasse A+ und A bieten.

Die Verabschiedung einiger bereits in Vorbereitung liegender Gesetzesentwürfe und Normen zur Energieeffizienz von Bauwerken in Deutschland wird somit in nächster Zeit seitens der Bundesregierung erwartet. Eigentümer von Bestandsimmobilien mit schlechteren Effizienzklassen dürften daher langfristig mit enormen Kosten konfrontiert werden.

Folglich sollten auch Neubau-Immobilien, welche ausgehend von den sinkenden Baugenehmigungszahlen sowieso eine Verknappung am Markt erleben und somit ein geringeres Angebot aufweisen, für Selbstbewohner auch langfristig wieder interessanter sein.

Ansprechpartner: Marcel Ebersold, Geschäftsführer L&C Finance GmbH